Der rheinland-pfälzische Wissenschaftsminister Clemens Hoch hat heute seinen offiziellen Antrittsbesuch an der TU Kaiserslautern absolviert. Er übergab zunächst Förderbescheide für Forschungsvorhaben zur Künstlichen Intelligenz in Höhe von über drei Millionen Euro und informierte sich bei einer Laborbesichtigung über aktuelle Forschungsprojekte in der Quantenphysik. Zudem standen Gespräche mit der Universitätsleitung, dem Allgemeinen Studierendenausschuss (ASta) und dem Personalrat auf dem Programm.

Zu Beginn seines Besuchs hat Minister Hoch Förderbescheide für die Forschung im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) in Höhe von über drei Millionen Euro überreicht. Damit soll zum einen der wissenschaftliche Nachwuchs mit seinen Forschungsprojekten unterstützt werden. „Ich freue mich heute der TU gleich zwei Förderbescheide über insgesamt 3,75 Millionen Euro zu übergeben. 3 Millionen Euro stehen einerseits für eine projektbezogene Ausstattung von drei neuen KI-Professuren in Informatik und Mathematik zur Verfügung, damit diese durch die Weiterentwicklung von KI-Methoden zur Prävention weiterer Pandemiefolgen beitragen können. Weitere 750.000 Euro stellt die Landesregierung zur Verfügung um KI-Nachwuchsförderungsprojekte an der TU Kaiserslautern zu fördern. Über die Beantwortung aktueller wissenschaftlichen Fragestellungen im Kontext der COVID-19-Pandemie und Künstlicher Intelligenz (KI) können sich diese Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler so erfolgreich weiter qualifizieren. Ihre fachliche Expertise wird in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesundheitswesen dringend benötigt“, so Wissenschafts- und Gesundheitsminister Clemens Hoch. „Diese Förderungen tragen dazu bei, das Forschungsprofil und die Wettbewerbsfähigkeit der TU Kaiserslautern um herausragenden wissenschaftlichen Nachwuchs zu stärken und die Wissenschaftsregion Kaiserslautern und Rheinland-Pfalz als herausregenden Wissenschaftsstandort national und international noch sichtbarer zu machen.“

Es geht hierbei um Vorhaben in den Fachbereichen Informatik, Biologie sowie Maschinenbau und Verfahrenstechnik. Die drei Nachwuchsgruppen arbeiten an der klinischen Diagnose von Viruserkrankungen, an der verfahrenstechnischen Optimierung der Synthese von Pharmawirkstoffen und an der Verbesserung der Kommunikation kritischer Informationen in pandemischen Situationen. Bei allen Vorhaben spielen KI-basierte Verfahren eine entscheidende Rolle.

Darüber hinaus soll die Förderung des Landes die Profilbildung der TU Kaiserslautern im Bereich der KI weiter voranbringen, Anwendungsbezüge der digitalen Transformation in der Wirtschaft unterstützen sowie dazu dienen, zukünftige Fachkräfte in den Methoden der Künstlichen Intelligenz zu qualifizieren. Ein Teil der Mittel wird auch in die Verbesserung der Hardwareausstattung investiert.

Die finanziellen Mittel stammen aus einem Sonderprogramm der Landesregierung. Dies hat Rheinland-Pfalz zu Beginn der Corona-Pandemie aufgelegt, um die Hochschulen im Land bei den durch die Pandemie entstandenen Herausforderungen zu unterstützen und die Digitalisierung an den Hochschulen weiter zu stärken.

„Auch für die Forschung stellt die Pandemie eine große Herausforderung dar“, sagt Professor Dr. Werner Thiel, Vizepräsident für Forschung und Technologie an der TU Kaiserslautern. „Viele Experimente im Labor haben nur unter sehr eingeschränkten Bedingungen stattfinden können. Gerade für den wissenschaftlichen Nachwuchs, wie etwa Doktorandinnen und Doktoranden, waren die letzten Monate sehr schwierig, da sie ihre Arbeiten nicht wie geplant weiterführen konnten. Wir sind dem Land sehr dankbar für die finanzielle Unterstützung, mit der wir neue Projekte initiieren und Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler fördern können.“

Universitätspräsident Professor Dr. Arnd Poetzsch-Heffter ergänzt: „Zudem können wir mit den Mitteln des Landes und der Einrichtung der neuen Professuren unser Profil im Bereich der Künstlichen Intelligenz weiter stärken. In diesem Forschungsfeld haben wir in den vergangenen Jahren viel erreicht, auch weil wir sehr eng mit renommierten Instituten wie dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz zusammenarbeiten. Hier gilt es den erfolgreichen Weg weiterzugehen.“

Nach einem Gespräch mit der Universitätsleitung besuchte der Minister die Labore von Professor Dr. Herwig Ott und seiner Arbeitsgruppe im Fachbereich Physik. Das Team erforscht die Eigenschaften von ultrakalten Quantengasen. In ihren Experimenten positionieren die Forscher mittels Laserstrahlen einzelne Atome in verschiedenen Konfigurationen und untersuchen deren Wechselwirkung untereinander. Dadurch können sie zum Beispiel die Einflüsse der Quantenphysik auf die Eigenschaften immer kleiner werdender Bauteile und Strukturen untersuchen. Zusammen mit weiteren Arbeitsgruppen aus dem Fachbereich Physik bereiten die Forscher aktuell gemeinsam mit Kollegen der Universität Mainz eine Projektskizze für die kommende Exzellenzinitiative des Bundes vor. Ein weiterer Fokus dieser Technologie wird in Zukunft deren Einsatz für die Realisierung eines Quantencomputers sein.

Im Anschluss traf Hoch sich mit Vertreterinnen und Vertretern des Personalrats und des Asta. Zudem stand ein Gespräch mit der Leitung der Hochschule Kaiserslautern auf dem Programm.

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