Die Technische Universität Kaiserslautern erhält für ihr Engagement bei der Chancengleichheit erneut das TOTAL E-QUALITY Prädikat – für weitere drei Jahre. Der Verein TOTAL E-QUALITY Deutschland e.V. zeichnet damit Organisationen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung aus, die sich in besonderer Weise für die Chancengleichheit von Frauen und Männern einsetzen. Dieses Mal beinhaltet das Prädikat der TUK zudem den Zusatz „Diversity“ bzw. Vielfalt.

„Als Begründung führte die Jury unter anderem an, dass es bei uns in den letzten Jahren positive strukturelle Entwicklungen gegeben habe, was die aktive Förderung von Frauen im Rahmen von Personalbeschaffung und Stellenbesetzung betrifft“, sagt Dr. Cornelia Rövekamp, die die Stabsstelle ‚Gleichstellung, Vielfalt und Familie‘ leitet. „Zudem verwies sie auf unsere vielfältigen Maßnahmen zur individuellen Förderung. Des Weiteren bescheinigte uns die Jury in punkto familiengerechter Hochschule, dass unsere Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie mit Studium oder Beruf umfassend seien und lobte innovative Ansätze, wie beispielsweise die Berücksichtigung von Vätern bei den durchgeführten Maßnahmen“, ergänzt Rövekamp.

Nicht zuletzt standen auch die Diversity-Aktivitäten der TUK im Mittelpunkt. Das Urteil der Jury hierzu lautete, dass viele verschiedene Akteur*innen in Arbeitsgruppen gut vernetzt seien und unter dem Stichwort Antidiskriminierung alle Diversitätsdimensionen angesprochen würden. „Wir freuen uns sehr über die erneute Auszeichnung“, so Rövekamp weiter. „Die offizielle Anerkennung unterstreicht sichtbar, welche bedeutende Rolle Chancengleichheit und Vielfalt im Universitätsbetrieb der TUK spielen.“

Das Prädikat wird für die Jahre 2021 bis 2024 verliehen. An der TUK liegt der Anteil an Professorinnen (2019) bei 15 Prozent, der Anteil an Studentinnen beläuft sich auf 40 und der Anteil von Frauen bei der Promotion bei 25 Prozent.

Ausgewählte Maßnahmen an der TUK

An der TUK wird seit vielen Jahren das Mentoring von Studienanfängerinnen und von Nachwuchswissenschaftlerinnen durchgeführt. Gerade in Corona-Zeiten erwies sich dieses Instrument als hilfreich, da so trotz fehlender Präsenz an der Uni Kontakte untereinander aufgebaut werden konnten. Zum einen soll der Studienabbruch von Studentinnen in MINT-Fächern dadurch verringert werden. Zum anderen geht es darum, die weitere wissenschaftliche Karriere zu fördern, um so den Frauenanteil in der Wissenschaft zu erhöhen.

Die Ansprache von Schülerinnen ist zudem sowohl mit dem einmal jährlich durchgeführten Schülerinnentag, dem Ada-Lovelace-Projekt und den vielfältigen Angeboten aus den Fachbereichen eine wichtige Maßnahme, um den Anteil von Studentinnen in MINT-Fächern weiter zu erhöhen. Der nächste Schülerinnentag findet am 16. September 2021 statt – in Präsenz mit beschränkter Teilnehmerinnenzahl und digital.

Um auch den Professorinnenanteil zu erhöhen, wurden bei Verfahren zur Berufung von Juniorprofessuren (mit geplanter Verdauerung nach fünf Jahren) in den vergangenen Jahren erstmalig Maßnahmen wie Gendersensibilisierung und aktive Rekrutierung von Frauen eingesetzt.

Nicht zuletzt gibt es für Mitglieder der TUK und darüber hinaus auch Angebote wie bspw. Impulsvorträge zum Thema sexualisierte Gewalt und Machtmissbrauch – oder Veranstaltungen, in denen Diversity-Aspekte bspw. im Bereich der Digitalisierung aufgegriffen werden (geplant für den Herbst 2021). Die TUK hat die Charta der Vielfalt unterzeichnet und nimmt auch in diesem Rahmen einmal jährlich am Diversity-Tag teil.

„Unter den Diversity-Aspekten ist die Dimension kultureller Hintergrund von besonderer Bedeutung“, ergänzt Rövekamp. „Etwa ein Viertel unserer Studierenden vor Ort sind internationale Studierende. Die Abteilung ISGS begleitet Internationalisierungsprozesse, vernetzt und unterstützt internationale Studierende und Mitarbeitende. Die TUK fördert zudem Auslands- und Deutschlandsaufenthalte, wirbt dafür Drittmittel ein und pflegt internationale Kooperationen, denn auch dies stärkt bspw. durch erworbene neue Erfahrungen und Sichtweisen Vielfallt und Diversität auf dem Campus. Studierende, Lehrende und Mitarbeitende von Partneruniversitäten sind bei uns gleichermaßen willkommen. Zudem ist die TUK auf Antragstellung als Forschungseinrichtung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) anerkannt, womit den internationalen Forschenden ein schnelles und vereinfachtes Verfahren für Einreise und Aufnahme ermöglicht wird.“

Bereits seit 2005 hat die TUK, um die Universität familiengerecht zu gestalten, darüber hinaus das Zertifikat „audit familiengerechte hochschule“ inne. Es bescheinigt ihr familienfreundliche Arbeits- und Studienbedingungen. Ergebnis ist ein vielfältiges Angebot für Familien – von der Beratung von Eltern und pflegenden Angehörigen über das Eltern-Kind-Zimmer bis hin zur Kinder-Ferienbetreuung, die an fünf Wochen im Jahr stattfindet. Hier ist immer wieder ein wichtiges Thema, dass ausreichend Kita- und Hort-Plätze für Eltern, die an der TUK studieren oder arbeiten, geschaffen (bzw. erhalten) werden.

Über TOTAL E-QUALITY Deutschland e.V.

Seit 1996 verfolgt TOTAL E-QUALITY Deutschland e. V. das Ziel, Chancengleichheit zu etablieren und nachhaltig zu verankern. Dieses Ziel ist erreicht, wenn Begabungen, Potenziale und Kompetenzen beider Geschlechter gleichermaßen (an-)erkannt, einbezogen und gefördert werden.

Für beispielhaftes Handeln im Sinne einer an Chancengleichheit ausgerichteten Personalführung vergibt der Verein jährlich das TOTAL E-QUALITY Prädikat. Es bescheinigt ein erfolgreiches und nachhaltiges Engagement für die Chancengleichheit von Frauen und Männern im Beruf. Auch weitere Dimensionen von Diversity wie ethnische Herkunft und Nationalität, körperliche und geistige Fähigkeiten oder Religion und Weltanschauung sind hierbei einbezogen.

Insgesamt hat der Verein bis heute mehr als 900 TOTAL E-QUALITY-Prädikate verliehen. Seit 2015 sind zudem 138 Zusatzprädikate für vorbildliches Engagement im Bereich Diversity vergeben worden.

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