Die Qualität und Sicherheit von Lebensmitteln und Pharmazeugnissen nimmt das neue Kompetenzzentrum für Inspektionstechnologie an der TU Kaiserslautern in den Blick. Herzstück ist eine Röntgeninspektionsmaschine, die der Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik dank einer Spende des Kaiserslauterer Technikunternehmens Wipotec anschaffen konnte. Vier Forscherteams arbeiten unter anderem daran, das Aufspüren von Fremdkörpern in Lebensmitteln und die Dichteprüfung von Verpackungen zu verbessern. Im Beisein von Wipotec-Geschäftsführer Theo Düppre ist das Kompetenzzentrum am 18. Juni offiziell eingeweiht worden.

„Das Kompetenzzentrum, welches wir heute offiziell einweihen und für das wir sehr dankbar sind, ist ein Highlight hier am Standort und sicherlich auch darüber hinaus“, sagte TUK-Präsident Prof. Dr. Arnd Poetzsch-Heffter, der die Feierstunde in kleinem Rahmen eröffnete. Die Basis dafür sei die hervorragende Zusammenarbeit mit Wipotec – eine Erfolgsgeschichte mit vielen Dimensionen. Düppre hatte sein Unternehmen Ende der 80er-Jahre aus der TUK heraus gegründet. „Sein Unternehmer- und Innovationsgeist hat in vielerlei Hinsicht Vorbildcharakter für unsere Studierenden und unseren wissenschaftlichen Nachwuchs. Auch für die Gesellschaft ist er ein Vorbild, in dem er aufzeigt, wie Technologien neu und weiterentwickelt werden, um die Welt ein Stück besser und sicherer zu machen. Aber auch über das unternehmerische Wirken hinaus ist Theo Düppre mit seinen vielfältigen Aktivitäten ein Glücksfall für die Stadt und die Region.“

Stellvertretend für den Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik bedankte sich der Dekan, Prof. Dr. rer. nat Marco Rahm, beim Wipotec-Geschäftsführer und unterstrich die weitreichende Bedeutung des Kompetenzzentrums: „Wenn wir über sichere Lebensmittel sprechen, geht es insbesondere darum, Gefahren für die menschliche Gesundheit und für die Reputation der Hersteller abzuwenden. Die Inspektionstechnologie ist dabei als Kontrollinstrument verstärkt in den Blickpunkt gerückt“, ergänzt Rahm. „Oftmals werden Verunreinigungen erst beim Verpacken in Lebensmittel hineingetragen. Und genau hier wird es knifflig, denn eingetragene Fremdkörper bei verpackten Produkten nicht-invasiv aufzuspüren, stellt technisch eine immense Herausforderung dar. Und eben dieser Herausforderung können wir uns dank der großzügigen Unterstützung von Wipotec jetzt forschungsseitig stellen.“

Nicht zuletzt bedankte sich Düppre bei der TUK, die ihm damals Starthilfe gegeben hatte und erinnerte daran, dass der erste frühe „Prototyp“ für die intelligente Wäge- und Inspektionstechnologie von Wipotec in den 80er-Jahren in der Metallwerkstatt der Technischen Universität entstanden war. Bis heute ist der Unternehmer der Universität eng verbunden. Ein Ausdruck davon ist die Spende in Form von einer Million Euro und einer Röntgenmaschine, die Wipotec der Technischen Universität 2016 zu Forschungszwecken überreichte.

Über das Kompetenzzentrum für Inspektionstechnologie
Im Kompetenzzentrum für Inspektionstechnologie geht es darum, die Methoden der Fremdkörperkontrolle, der klaren und lesbaren Kennzeichnung sowie die Haltbarkeit der Produkte mit Hilfe der Dichteprüfung, in Lebensmittel- und Pharmaindustrie, zu verbessern. Dazu arbeiten die Forschergruppen eng mit dem Technikunternehmen Wipotec zusammen. Es geht beispielsweise um Verfahren der Bilderzeugung und Sensorik, um etwa Fremdkörper in Röntgenbildern noch besser zu erkennen. Aber auch die Signalverarbeitung und die effiziente Beschleunigung der Bildverarbeitung durch spezielle Hardware-Einheiten ist Gegenstand der Forschung.
Damit könnte das Überprüfen von Lebensmitteln deutlich schneller und präziser ablaufen und zum Beispiel Glasscherben auf Pizzen oder andere Verunreinigungen erkannt und einzelne Bestandteile des Produktes isoliert betrachtet und ausgewertet werden. Nicht zuletzt soll auch die Verpackung genauer inspiziert werden, um beispielsweise die Menge von vorzeitig verdorbenen Lebensmitteln beim Endverbraucher weiter reduzieren zu können.

Mit der Maschine arbeiten die Teams um Professor Dr. Andreas König vom Lehrgebiet Kognitive Integrierte Sensorsysteme, Professor Dr. Marco Rahm vom Lehrgebiet Theoretische Elektrotechnik, Professor Dr. Ralph Urbansky vom Lehrgebiet Nachrichtentechnik und Professor Dr. Norbert Wehn vom Lehrgebiet Entwurf Mikroelektronischer Systeme.

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