Das Patent- und Informationszentrum Rheinland-Pfalz (PIZ) an der TU Kaiserslautern blickt auf eine lange Geschichte zurück: Am 20. November 1881 öffnete es als Außenstelle des Kaiserlichen Patentamts in Berlin seine Pforten.

Mitte des 19. Jahrhunderts war in Deutschland viel im Um- und Aufbruch. „Es war die Zeit der industriellen Revolution. Eisenbahnstrecken verbanden Städte und Orte nun schneller. Ideen verbreiteten sich so auch rasanter“, sagt Jan-Ulrich Glup, Leiter des PIZ. „Schon damals stellte man fest, dass Ideen von Erfindern geschützt werden müssen. Daher richtete man zunächst das Kaiserliche Patentamt in Berlin ein. Doch auch in anderen Regionen des Landes war der Bedarf hoch, Berlin aber zu weit weg, sodass auch Außenstellen von Nöten waren.“

Am 20. November 1881 öffnete ein Patentamt in Kaiserslautern. Bereits sechs Monate nach der Eröffnung wurden 552 Patente erteilt. Die erste Erfindungsmeldung aus Kaiserslautern gab es übrigens schon 1877 mit dem Radflantschen-Benetzer.

Heute ist das PIZ die erste Anlaufstelle für Erfindungen und Patentrecherche in Rheinland-Pfalz. „Wir sensibilisieren, beraten und informieren über Patente, Marken und Design sowie die damit verbundenen Rechte“, sagt Glup weiter. „Wir recherchieren in unserer Patentdatenbank für kleine und mittelständische Unternehmen, Erfinder und Forscher, aber auch für andere Leute, die mit ihren Ideen zu uns kommen. So sind wir gewissermaßen der direkte Draht zum Deutschen Patentamt in München.“

2019, also vor der Pandemie, hat das PIZ zum Beispiel zehn Seminare und 18 Informationsveranstaltungen durchgeführt, 52 Publikationen veröffentlicht und 121 Erfindererstberatungen durch Patentanwälte organisiert.

Darüber hinaus arbeitet das Zentrum eng mit rheinland-pfälzischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen zusammen. „Erfindungsmeldungen, die aus Forschungseinrichtungen des Landes kommen, laufen fördertechnisch über unseren Tisch“, fährt Glup fort. Seit 2016 ist die Geschäftsstelle des Patentverbundes Rheinlandpfalz im PIZ ansässig. Ziel ist es, Angehörige aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen für Erfindungen und Schutzrechte zu sensibilisieren, aber auch patentierbare und wirtschaftlich relevante Forschungsergebnisse zu erschließen und schutzrechtlich zu sichern.

Zur Feierstunde am 19. November sprechen Bernd Maile (Vizepräsident im Deutsches Patent- und Markenamt), Petra Dick-Walther (Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz) und Professor Dr. Werner R. Thiel (Vizepräsident für Forschung und Technologie, TU Kaiserslautern). Im Anschluss gibt es eine Podiumsdiskussion zum Thema „Schutzrecht! Und was nun?“. Mit dabei sind Dr. Markus Brzeski (Geschäftsführer der A+ Composites GmbH), Kirsten Nixdorf-Eckes (Erfinderin, Produktentwicklerin, Unternehmensgründerin), Professor Dr. Ekkehard Neuhaus (Fachgebiet Pflanzenphysiologie, TU Kaiserslautern) sowie Jan-Ulrich Glup (Leiter des PIZ). Die beiden Ingenieure Professor Dr. Christian Glock (Fachbereich Bauingenieurwesen, TU Kaiserslautern) und Kasem Maryamh stellen danach ein Patent (EP3502351 B1, „Wassersperre mit einem rinnenförmigen Gründungskörper“) der TU Kaiserslautern vor.

Weiterführende Informationen unter: https://www.rti.uni-kl.de/140-jahre-patentinformation-in-kaiserslautern

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag